Um Leder richtig zu schneiden, brauchst du vor allem eines: eine scharfe Klinge. Ob du nun einen Halbmond oder ein Teppichmesser (Cuttermesser) verwendest, ist dabei vorerst zweitrangig. Je dicker dein Leder, desto auffälliger ist zum Beispiel dein (falscher) Schnittwinkel sichtbar.
Worauf beim Leder schneiden achten?
Wie schon am Anfang angekündigt, ist es wichtig, eine superscharfe Klinge an deinem Werkzeug zu haben.

Bei einem Sattler-Mond musst du diese mithilfe von Schleifstein oder Platten selbst erzeugen. Dies erfordert einiges an Training. Wenn du aber mit Leder arbeiten möchtest, musst du unbedingt wissen, wie du dein Werkzeug schärfen kannst. Viele Leder-Werkzeuge haben Schneiden und auch diese solltest du schärfen können.
Übergangsweise, oder für den Grobzuschnitt, kannst du auch ein Teppichmesser mit auswechselbaren Klingen verwenden. Die Ersatzklingen sind über die Jahre berechnet wahrscheinlich teurer als ein Halbmond (je nachdem wie oft du damit arbeitest).

Kann ich Leder auch mit dem Cuttermesser schneiden?
Gerade wenn du das Hobby mit Leder zu arbeiten neu für dich entdeckt hast, kann es sein, dass du nur wenig Geld investieren möchtest und zuerst einmal mit dem Werkzeug arbeitest, das du schon besitzt. Auch mit einem Teppichmesser lässt sich Leder schneiden. Aber im Vergleich zum Sattlerwerkzeug wird das Messer gezogen. Das Verletzungsrisiko steigt und das Werkzeug lässt sich bei großem Druck nicht so gut führen wie ein Sattler-Mond.

Warum einen Sattler-Mond verwenden?
Mit einem Sattler Mond kannst du auch dickes Leder gut schneiden. Die Klinge wird vom Körper weg geschoben, das ist zum einen sicherer, ermöglicht dir aber zugleich eine bessere Führung der Klinge durch das Leder, da du sehen kannst, wohin du die Klinge schiebst.
Zudem ist die Klinge – im Vergleich zu einer dünnen Teppichmesserklinge – sehr stabil.
Durch die spezielle Form der Klinge hast du bei geraden Schnitten viel Klinge an/in der Schnittkante und erhältst eine gleichmäßige Kante.
Der verlängerte Griff (im Vergleich zum Teppichmesser) ermöglicht dir ein gutes Führen der Klinge.
Leder richtig schneiden: Haltung der Klinge
Die Klinge sollte im 90 Grad Winkel (also senkrecht) zum Leder geführt werden, um einen rechtwinkligen Schnitt zu erzeugen. Achte auch bei Rundungen darauf, nicht zu unter- oder überschneiden. Dies erfordert einiges an Übung. Gerade mit den Spitzen des Halbmondes lassen sich auch (größere) Radien noch schön schneiden.




Die wichtigste Regel
Die wichtigste Regel, um einen schönen Schnitt auch bei dickem Leder zu erhalten, ist, das Leder auf einen Schnitt durchzuschneiden. Je öfter du deine Klinge durch das Leder ziehst, desto öfter kann sich dein Winkel oder die Stelle, an der du wieder ansetzt, ändern. Dadurch erhältst du keine glatte Schnittkante, sondern eine mit Facetten, oder vielen Einschnitten.

Schutz deiner Hände
Eigentlich ist das die wichtigste Regel, um Leder richtig zu schneiden: Deine Hände (mit den Fingern) immer hinter der Klinge halten. Das heißt, das Leder NIE vor der scharfen Schneide festhalten. Schneidest du mit dem Halbmond zu, ist eine Hand am Halbmond und die andere hält das abgeschnittene Leder und das restliche Material fest und zusammen.
Warum ist ein sauberer Schnitt so wichtig?

Beim richtigen Schneiden des Leders und dem sauberen Schnitt setzt du die Grundlage für eine tolle Kantenverarbeitung. Natürlich kannst du deine Lederkante meist nachträglich noch durch Schleifen ausgleichen, jedoch wird es nie so schön wie auf den ersten Schnitt. Je nach Lederart wird durch das Schleifen eventuell die Oberfläche leicht angeraut, und die einzelnen Lederfasern können sich aufstellen. Diese musst du im Anschluss wieder glätten, oder mit einer Kantenfarbe oder einem Kantenglätter ausgleichen.

Fazit
Um Leder richtig schneiden zu können, sind ein paar grundlegende Dinge entscheidend: scharfes Werkzeug, eine präzise Haltung und die Übung. Mit jedem Schnitt wirst du sicherer und präziser, und das spiegelt sich dann auch in der Qualität deiner Arbeit wider. Denke immer daran, deine Finger zu schützen, indem du sie hinter der Klinge hältst – Sicherheit geht vor. Ein sauberer, rechtwinkliger Schnitt legt die Basis für toll verarbeitete Kanten und macht den Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Arbeit. Lass dich nicht entmutigen, wenn es anfangs nicht perfekt läuft. Üben, üben, üben.